Die berufsbegleitende Weiterbildung zum Lerncoach befähigt Sie, Kinder, Jugendliche und Erwachsene sowie Eltern bei verschiedenen Lern- und Schulschwierigkeiten wirksam zu coachen. Sie umfasst drei Module, vier frei wählbare Tagesfortbildungen, Supervision und Intervision sowie zwei schriftliche Berichte über eigens durchgeführte Lerncoachings im Verlauf der Weiterbildung. Abgeschlossen wird sie mit einem Zertifikat.

Weiterbildung Lerncoach
Zulassungsvoraussetzungen

Die gesamte Weiterbildung in Lerncoaching richtet sich an Fachpersonen. Sie steht Ihnen offen, wenn Sie mindestens einen Bachelor-Abschluss oder einen gleichwertigen Abschluss einer Universität, Fachhochschule oder Pädagogischen Hochschule in einem der folgenden Studiengänge mitbringen:

  • Lehramt / Abgeschlossenes Studium zur Lehrperson (Lehrerdiplom) oder Kindergartenlehrperson
  • Pädagogik / Erziehungswissenschaften
  • Heilpädagogik
  • Psychologie
  • Logopädie
  • Ergotherapie
  • Soziale Arbeit / Sozialpädagogik
  • Humanmedizin

Da es sich um eine Weiterbildung und nicht um eine Ausbildung handelt, können Bewerbungen sur Dossier nicht berücksichtigt werden.

Aufbau

Unsere Weiterbildung zum Lerncoach besteht aus drei Hauptmodulen, vier Tagesfortbildungen, vier Supervisionen, drei Intervisionen, zwei Fallberichten über eigens durchgeführte Lerncoachings sowie Selbststudium.

Alle Module können einzeln besucht werden, bilden eine in sich abgeschlossene Einheit und vermitteln Kompetenzen zur Arbeit mit einer spezifischen Klientengruppe.

Unser Zertifikat als Lerncoach erhalten Sie, wenn Sie die gesamte Weiterbildung absolviert haben.

Die Bestandteile im Überblick:

Drei Hauptmodule (24 Seminartage)

Ein individuell gestaltetes Vertiefungsmodul (4 Seminartage)
Sie stellen sich Ihr Vertiefungsmodul nach persönlichem Interesse aus vier Tagesfortbildungen zusammen.

Supervision (4 Halbtage)
Sie nehmen an vier Halbtagen Supervision teil. Dabei handelt es sich um Fallbesprechungen in der Kleingruppe mit der Kursleitung.

Intervision (3 Halbtage)
Sie führen drei Halbtage Intervision durch. Dabei treffen Sie sich zum kollegialen Austausch in der Kleingruppe mit anderen Weiterbildungsteilnehmer/innen. Wenn möglich, werden die Gruppen regional gebildet.

Fallberichte über eigens durchgeführte Lerncoachings
Im Verlauf der Weiterbildung führen Sie selbstständig mindestens zwei Lerncoachings mit Einzelklient/innen durch (Elternberatung, Coaching eines Kindes, Jugendlichen oder Erwachsenen). Über diese beiden Beratungsprozesse verfassen Sie jeweils einen Fallbericht. Diese werden durch die Weiterbildungsleitung mit Ihnen gemeinsam in einem Abschlussgespräch ausgewertet.

Selbststudium
Sie bereiten sich auf jedes Hauptmodul mit Hilfe der angegebenen Literatur vor. Pro Seminartag muss mit zirka einem Tag Vor- und Nachbereitung gerechnet werden.

Wie lange dauert die Weiterbildung?

Jedes Modul wird zweimal jährlich angeboten, jeweils im Wechsel freitags und samstags beziehungsweise samstags und sonntags.

Die gesamte Weiterbildung kann daher im schnellsten Fall innerhalb eines Jahres abgeschlossen werden. Rechnen Sie in diesem Fall mit einem Aufwand von zirka 6 Tagen pro Monat für die Seminare, das Selbststudium, die Supervision, das Schreiben der Fallberichte und die Durchführung erster Coachings.

Der Großteil unserer Teilnehmer/innen absolviert die Weiterbildung berufsbegleitend zur Tätigkeit als Lehrperson, Heilpädagogin, Psychologin o.ä. Meist verteilen diese die Weiterbildung auf zwei oder drei Jahre, indem sie ein bis zwei Module pro Jahr besuchen.

Ihr Weiterbildungsprogramm können Sie sich frei einteilen. Es gibt keine vorgegebene Reigenfolge für den Besuch der Hauptmodule bzw. Vertiefungstage.

Ist es sinnvoll, ein einzelnes Modul zu besuchen?
Jedes Modul bildet eine in sich abgeschlossene Einheit und vermittelt Ihnen wichtige Kompetenzen für die Arbeit mit einer spezifischen Klientengruppe. Für einige Fachpersonen ist es sinnvoller, lediglich ein einzelnes Modul zu besuchen.

So absolvieren beispielsweise Berufsschullehrer/innen oder Jobcoaches meist nur das Modul „Lerncoaching mit Jugendlichen und Erwachsenen“.

Erziehungsberater/innen sehen sich in ihrem Arbeitsalltag häufig mit Fragen zum Thema Lernen und Hausaufgaben konfrontiert. Sie ergänzen ihr Beratungswissen gern mithilfe des Moduls „Beratung von Eltern“.

Die meisten unserer Weiterbildungsteilnehmer/innen beginnen mit dem Modul, das am besten zu den aktuellen Anforderungen ihres Berufs passt, und entscheiden anschließend, ob sie weitere Module oder die gesamte Weiterbildung zum Lerncoach besuchen möchten.

Unsere Absolventen der gesamten Weiterbildung zum Lerncoach profitieren von einigen zusätzlichen Vorteilen.

Vorteile

Als Teilnehmer/in der gesamten Weiterbildung profitieren Sie bei allen Tagesfortbildungen von einem reduzierten Preis – auch nach Abschluss der Weiterbildung.

Sie erhalten die Möglichkeit, sich als  "Clever lernen"-Kursleiter/in qualifizieren zu lassen und anschließend nach dem beliebten Kurskonzept in Eigenregie Workshops mit Kindern und Jugendlichen durchzuführen.

Sie werden von uns auf Ihrem Weg in die (Teil-) Selbständigkeit unterstützt! Wir vermitteln Ihnen wichtiges Wissen zu diesem Bereich und stellen Sie auf der Webseite www.mit-kindern-lernen.ch als zertifizierten Lerncoach vor.

Sie erwerben wichtige Kompetenzen in den Bereichen Coaching von Eltern, Jugendlichen, Erwachsenen und im Lerntraining von Kindern. Damit sind Sie für alle wichtigen Zielgruppen und Anliegen gewappnet und in einer guten Ausgangslage, um sich als Lerncoach eine berufliche Existenz aufzubauen.

Die Supervisionen und Intervisionen ermöglichen es Ihnen, Ihr Vorgehen bei Coachings zu reflektieren, Fragen zu stellen und das weitere Vorgehen zu diskutieren.

Sie werden dazu eingeladen, an Referentenschulungen teilzunehmen, damit Sie auf Wunsch Vorträge für Elternvereine und Schulen anbieten können. Sie können dabei auf unsere Vortragsfoliensätze, Filme und Materialien zurückgreifen. Auf www.mit-kindern-lernen.ch dürfen Sie sich als Referent/in in Ihrer Region vorstellen.

Neugierig geworden? Dann besuchen Sie doch unsere kostenlose, unverbindliche Informationsveranstaltung. Die nächsten Termine.

Konzept

Beim Aufbau unserer Weiterbildung in Lerncoaching haben wir uns an der Frage orientiert, was ein Lerncoach wissen und können sollte, um erfolgreich arbeiten zu können – unabhängig davon, ob man sich (teil-) selbstständig machen oder das Know-How in die aktuelle Berufstätigkeit einfließen lassen möchte.

Am Ende der Weiterbildung zum Lerncoach werden Sie von sich sagen können:

Ich weiß:

  • wie Kinder lesen, schreiben und rechnen lernen und wie ich sie und ihre Eltern bei Schwächen in diesen Bereichen wirksam unterstützen kann.
  • wie Widerstand, Konflikte und Blockaden hinsichtlich des Lernens entstehen und wie diese reduziert werden können.
  • warum es wichtig ist, Selbstständigkeit beim Lernen zu fördern und wie Kinder in kleinen Schritten dazu angeleitet werden können.
  • welche Lern- und Arbeitsstrategien für welche Altersstufen sinnvoll sind, welchen Hindernissen man beim Vermitteln von Lernmethoden begegnet und welche Prinzipien die Aufnahme neuer Strategien erleichtern.
  • wie sich die Lernmotivation gezielt beeinflussen lässt.
  • wie Prüfungsängste entstehen und wie sie reduziert werden können.
  • was Schüler/innen und Studierende mit Aufschiebeproblemen und Schreibblockaden in einem Coaching lernen sollten.
  • wie sich ADHS auf das Lernen auswirkt und welche Strategien betroffenen Kindern und Jugendlichen den Schulalltag erleichtern.
  • wie ich auf Leistungsdruck, Perfektionismus und mangelndes Selbstvertrauen bei Schüler/innen und Erwachsenen eingehen kann.

Ich kann:

  • zu Eltern, Jugendlichen und Kindern eine von Wertschätzung, Echtheit und Empathie geprägte Beziehung aufbauen.
  • im Gespräch mit Klienten gemeinsam Ziele entwickeln und einen Beratungsauftrag formulieren.
  • verschiedene Methoden der Problemanalyse einsetzen, um Lücken zu erkennen, Lernschwächen zu erfassen und hinderliche Einstellungen aufzudecken.
  • auf Jugendliche eingehen, die wenig motiviert sind, etwas an ihrem Lernverhalten zu ändern.
  • verschiedene Methoden (Kognitive Umstrukturierung, Rollenspiele, Training) einsetzen, um Klienten dabei zu helfen, lernhinderliche Einstellungen zu verändern, Prüfungsängste und Motivationsblockaden abzubauen, größere Prüfungen effektiv vorzubereiten und Lücken zu schließen.
  • Klienten "Hausaufgaben" mitgeben, die sie dabei unterstützen, außerhalb der Sitzung an Schwierigkeiten zu arbeiten, Fortschritte zu erzielen und das im Coaching Gelernte im Alltag umzusetzen.

Ich habe:

während und nach der Weiterbildung ein Team von Kollegen und einen Ansprechpartner unter den Dozenten, um Fragen im Rahmen der Inter- und Supervision klären zu können.

Auf Wunsch Unterstützung und Beratung auf meinem Weg in die (Teil-) Selbständigkeit

Prinzipien

Beim Aufbau der Weiterbildung haben wir uns an einigen Prinzipien orientiert, die wir hier vorstellen möchten:

Auswahl evidenzbasierter Verfahren

Evidenzbasiert bedeutet so viel wie "auf empirische Belege gestützt". Bei der Auswahl der vermittelten Strategien und Methoden orientieren wir uns an der Frage, ob es wissenschaftliche Belege für deren Wirksamkeit gibt. Im Bereich des Lernens und der Lernberatung lässt sich ein regelrechter Wildwuchs an neuen Methoden verzeichnen, wobei die Mehrzahl dieser neuen Verfahren bisher den Beweis ihrer Wirksamkeit schuldig geblieben ist. Verbreitung finden diese Verfahren durch ihre oftmals charismatischen Begründer/innen und ein Marketing, welches sich insbesondere durch große Versprechungen kennzeichnen lässt.

Gleichzeitig arbeiten Wissenschaftler/innen auf der ganzen Welt täglich daran, Antworten auf Fragen der folgenden Art zu finden:

  • Welche Lernmethoden sind für welche Klienten wirksam?
  • Wie kann Kindern mit Lese-Rechtschreib- oder Rechenschwächen wirksam geholfen werden?
  • Welche Strategien helfen Menschen mit Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung oder Prokrastination dabei, sich besser zu fokussieren und ihre Pläne in die Tat umzusetzen?
  • Welche Methoden der Beratung erzielen bessere Ergebnisse?
  • Welche allgemeinen Bestandteile (z.B. Beziehungsvariablen, Zielkonsens, Erwartungen, Hausaufgaben) erhöhen die Wirksamkeit von Beratung und Coaching?

Die Ergebnisse dieser Forschungsbemühungen finden oft wenig Beachtung. Dies ist schade, da sich daraus Leitlinien für die Praxis ableiten lassen, von denen Klienten und Coaches profitieren können. Wir sehen die Forschung nicht unkritisch und wissen, dass viele Ergebnisse, die heute als gesichert gelten, in Zukunft revidiert werden müssen. Dennoch halten wir es für sinnvoller, sich an den gemeinsamen, lebendigen Forschungsbemühungen tausender Personen zu orientieren als an starren Systemen einzelner Autoritäten.  

Kompetenzen erfordern Training

Gewusst ist noch nicht verstanden und verstanden ist noch nicht gekonnt. Der Aufbau von Kompetenzen braucht Zeit und Übung.

Die Weiterbildungstage möchten wir daher nutzen, um neben wichtigem Fachwissen auch Kompetenzen zu vermitteln. Neben Input-Referaten wird deshalb diskutiert, mit Fallbeispielen gearbeitet und trainiert. Wichtige Kompetenzen werden durch Gesprächssimulationen, Videoaufnahmen, Feedback und Übungen aufgebaut.

Je früher Sie in die Praxis einsteigen können, desto schneller machen Sie Fortschritte

Anstatt unsere Module nach Themen zu ordnen, orientieren sich diese an den Klientengruppen Eltern, Jugendliche und Erwachsene sowie Kinder. Diese Unterteilung mag auf den ersten Blick ungewohnt erscheinen. Sie hat aber einen entscheidenden Vorteil: Jedes Modul bildet eine in sich abgeschlossene Einheit, die es Ihnen erlaubt, mit der jeweiligen Zielgruppe zu arbeiten. So sind Sie beispielsweise nach dem Modul "Lerncoaching mit Jugendlichen und Erwachsenen" in der Lage, Einzelcoachings und Gruppentrainings für Jugendliche ab 14 Jahren anzubieten. Sie wissen nach dem Modul, wie Sie zu Jugendlichen eine funktionierende Coaching-Beziehung aufbauen, wie Sie mit Widerständen umgehen können, sofern Jugendliche das Coaching nicht ganz aus freien Stücken aufsuchen und wie Sie Jugendliche und Erwachsene dazu anleiten können, wirksame Lernstrategien einzusetzen, Prüfungsängste zu reduzieren und Wichtiges anzupacken anstatt aufzuschieben. 

Die praktischen Erfahrungen, die Sie beispielsweise im Anschluss an dieses Modul im Coaching mit Jugendlichen sammeln, helfen Ihnen dabei, von den weiteren Modulen umso stärker zu profitieren und Ihre Beratungskompetenzen weiter zu verfeinern.

Fachliche Kompetenz reicht für eine erfolgreiche (teil-) selbständige Tätigkeit nicht aus

Manche Fachpersonen hegen den Wunsch, sich (zu einem Teil) als Lerncoach selbstständig zu machen.

Leider scheitern viele fachlich kompetente Fachpersonen beim Aufbau einer funktionierenden Praxis. Sie wissen nicht, wie sie genügend Klienten finden sollen.

Gerne unterstützen wir Sie in dieser Zeit und geben Ihnen unsere "Erfolgsgeheimnisse" weiter. Falls Sie ganz am Anfang der Selbständigkeit stehen und mit solidem Grundwissen in Ihr Abenteuer starten möchten oder Interesse daran haben, ein gefragter Experte zu werden, lohnt sich der Besuch unserer zweitägigen Weiterbildung  "Erfolgreich selbständig als Coach, Berater/in, Expert/in".

Kosten und Zahlungsmodalitäten

Drei Hauptmodule (24 Seminartage) Fr. 6890.-
Modul Lerncoaching mit Jugendlichen und Erwachsenen: Fr. 2290.-
Modul Beratung von Eltern von Grundschulkindern: Fr. 1750.-
Modul Lerntraining mit Kindern im Grund- und Sekundarschulalter: Fr. 2850.-

Ein individuell gestaltetes Vertiefungsmodul (4 Seminartage) Fr. 780.-
(sofern in der jeweiligen Seminarausschreibung nicht anders mitgeteilt)

Vier Supervisionen Fr. 920.-

Zwei individuelle Auswertungsgespräche zu den Fallberichten mit der Weiterbildungsleitung Fr. 360.-

Gesamtkosten Fr. 8950.-

Zahlungsmodalitäten

Die Hauptmodule und Tagesfortbildungen für Ihr individuell gestaltbares Vertiefungsmodul werden einzeln jeweils vor Seminarbeginn in Rechnung gestellt.

Als Teilnehmer/innen der gesamten Weiterbildung erhalten Sie vor Ihrer Diplomierung eine Abschlussrechnung über die Supervisionen und Auswertungsgespräche zu den Fallberichten.

Stornierung / Kursumbuchung: Bei Absagen bzw. Umbuchungen bis 8 Wochen (56 Tage) vor Modulbeginn wird eine Pauschale von Fr. 250.- fällig. Bei kurzfristigen Absagen innerhalb 8 Wochen vor Modulbeginn wird 50% des Gesamtbetrags verrechnet. Bei Nichterscheinen ohne vorherige Absage wird der Gesamtbetrag in Rechnung gestellt. Je nach persönlicher Situation kann es sinnvoll sein, eine Annullierungskostenversicherung abzuschließen.

Anmeldung

Der Einstieg in die Weiterbildung zum Lerncoach ist mit jedem Modulstart möglich. Sie können sich direkt für die gesamte Weiterbildung oder zunächst für ein einzelnes Modul anmelden. Geben Sie bei der Anmeldung bitte an, mit welchem Modul Sie einsteigen möchten und senden Sie uns einen Scan / ein Foto Ihres Diploms der Universität, PH oder FH mit, damit wir Ihre Anmeldung bestätigen können. Wir nehmen keine Bewerbungen sur dossier an und machen keine Ausnahmen bezüglich der Zulassungsvoraussetzungen.

Gerne nimmt unsere Sekretärin Lilo Marti Ihre Anmeldung per Email entgegen: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Akademie für Lerncoaching
Albulastrasse 57
8048 Zürich